3. Funktion und Gestaltung der Ironie (z.B. III/53-54)

Die Ironie des Buches ist versteckt. Sie ist zwischen den Zeilen und Hesse macht sich fast einen Spaß daraus sie zu verstecken, um z.B. das Kloster damit zu verspotten. Er beschreibt das Kloster als zierlicher, aber luxuriöser Ort. Aber jeder der von diesem Kloster hört, wie es als das „Eliteseminar“ in Kapitel 1 und 2 beschrieben wird, einen mächtigen prunkvollen Bau erwarten, nicht einen kleinen Glockenturm der kaum eine Glocke tragen kann. Auch bezeichnet er das Kloster als ein Paradies, wer die Kapitel liest wird ganz klar sagen, dieses Kloster ist kein Paradies es ist geförderte Grausamkeit unter Intellektuellen! Sie bekämpfen sich nicht in Prügeleien, die zwar vorkamen aber nicht häufig und aus ganz kurzweiligen Gründen, wenn sie einen schwerwiegenden Grund haben dann wird das mit Worten und z.B. über die kurzzeitig erscheinende Zeitung geklärt.

Aber Hesse gibt sich damit nicht zu frieden, er bringt mit Heilner eine Persönlichkeit ins Spiel, die gegensätzlicher nicht sein könnte, er ist ein Dichter und ein Streber aber zugleich faul und nachlässig. Wie es das Schicksal wird ist er der einzige Freund von Hans, was für ein Zufall, eine Ironie des Schicksals, bewusst eingefügt, um dem Buch leben einzuhauen. Damit macht er eine Mischung aus Komödie, durch die Ironie, und Tragöde, der Niedergang von Hans,  einfach aber doch kompliziert, die Gegensätze des Buches bergen alle eine Ironie. Diese Ironie macht das Buch erst lesenswert, es hat sonst keinen Inhalt mehr, die Handlung ist zu sehr damit ausgeschmückt und verstrickt

7.6.08 21:23, kommentieren

2. Beschreibe Hans Giebelraths Entwicklung in Maulbronn als Prozess von Selbstfindung und Selbstentf

Hans Persönlichkeit war vor dem Kloster nicht entwickelt. Im Kloster ändert sich das nach einiger Zeit und er beginnt sich zu entwickeln. Aber diese Entwicklung ist nicht zum positiven, vorher war er ja noch der brave, folgsame und fleißige Knabe, jetzt wird er zum faulen, desinteressierten Jüngling.

Als er ins Kloster kam kannte er viele Gefühle nicht, wie die berüchtigte Liebe oder Schuld und Angst. Diese lernte alle durch die Beziehung zu Heilner,durch die Höhen und Tiefen dieser Beziehung, kennen. Diese Veränderung irritiert ihn. Er wird im Unterricht unaufmerksam, weil er über sich selbst und Heilner nachdenkt oder einfach nur Einschläft. Er kennt sich selbst nicht mehr, früher war das Hebräische seine Lebenserfüllung, jetzt interessiert es ihn nicht mehr, er findet es lästig. Seine Persönlichkeit ist total verändert! Nur eine Sache ist gleich geblieben, er folgt weiterhin, aber er beginnt darüber nachzudenken und nicht alles blind zu befolgen, dieses Denken ist der Ansatz zum Entwickeln einer Persönlichkeit. Er beginnt somit die Welt zu hinterfragen.

7.6.08 21:17, kommentieren

1. Charakterisiere die Beziehung von Hans Giebelrath zu Hermann Heilner! Welche unterschiedlichen St

Zu 1.)

Hermann Heilner will nicht das sein, was er ist, er hat zwar das Examen bestanden und geht deshalb auf diese Schule, doch er lernt nicht außerhalb der Stunden und bezeichnet die anderen als Streber, die dieses tun. Dennoch ist er fähig und kann immer Antwort geben, was er bei anderen verachtet und nicht gutheißt, aber selber tut. Er regt sich über den Unterricht auf. Nach seinem Erachten ist der griechisch Unterricht, die angewandten Methoden mit dem endlosen Zerlegen und wiederholen der Sätze sinnlos, was er anders machen würde aber sagt er nicht. Er ist sozusagen die „faule“ Meckerliese des Klosters, wobei auch er nicht wirklich faul ist und alles andere als dumm. Sein Verhalten ist also:  Kaum Arbeiten, alternative Unterrichtsmethoden (keine genauen Angeben in welcher Form) und über Poesie nachdenken, er dichtet gern.

Hans Giebelrath ist da ganz anders als Hermann, er ist nicht faul. Er arbeitet ohne murren, ihn stören die Unterrichtsmethoden nicht und er ist mit seinem Leben zufrieden. Im Grunde ein einfacher Geist ohne große Komplexität. Er will seine Eltern nicht enttäuschen und erfüllt alle Anforderungen seines Vaters.

 

Die Beziehung der Beiden ist im Grunde in Kapitel 3 und 4 im Anfangsstadium, sie lernen sich dort erst kennen. Sie sind Stubengenossen, mehr ist anfangs auch nicht. Im Laufe der Zeit bilden sich Freundschaften unter den anderen Jungs. Nur diese Beiden bilden keine mit anderen Jungen. Hans geht gern spazieren und Hermann verzieht sich zu einem Weiher im Wald. Hierbei treffen sich die Beiden das erste Mal außerhalb des gezwungenen Alltags des Klosters und beginnen ein Gespräch. Ab hier beginnt eine andere Phase der Beziehung, Hans beginnt Hermann zu verstehen und am Ende des Tages verbindet sie nach der Prügelei in ihrer Stube Hellas schon eine kleine Freundschaft, die sich immer weiter aufbaut.

Bis einige Zeit später sich Heilner einen schweren Fehltritt leistet und einen anderen Schüler misshandelt. Dafür wird dieser schwer bestraft. Daraufhin meidet ihn jeder, auch Hans, und ihre Freundschaft geht deswegen fast zu Bruch. Doch die Freundschaft rettet sich wieder und die Beiden bleiben mehr und mehr zusammen. Hans lässt sich von der Faulheit Hermanns anstecken und wird auch zwischenzeitlich zum Ephorus gerufen, er will den Jungen von Hermann trennen und dessen schlechtem Einfluss ein Ende machen. Hans weigert sich und isoliert sich so immer mehr von den anderen Jungen. Einen Höhepunkt der Beziehung betritt sich, als Heilner der Umgang mit Giebelrath untersagt wird. Heilner hält sich natürlich nicht daran und es endet wieder in einer Strafe. Zu guter Letzt flüchtet Heilner auch noch aus dem Kloster und wird nur durch Glück gefunden und zurück gebracht, er wird von der Schule geworfen. Hans geht es danach nicht besser, er war durch seine Beziehung mit Hermann und dessen schlechten Einfluss faul geworden. Auch geht es ihm gesundheitlich nicht mehr so gut und die Lehrer werfen ihm vor, er habe von Hermanns Flucht gewusst, er ist verachtet und wird zum „Aussätzigen“.

7.6.08 21:14, kommentieren

Mittel der Konfliktdarstellung?

Hans besteht geradezu aus Konfliktpunkten. Sein Körper steht mit seiner Psyche, seinem Geist im Kampf. Er will lernen, sein Körper benötigt Bewegung und Aktivität, nicht das endlose herumsitzen in Räumen und das Lernen. Die klarste Folge hierfür sind die Kopfschmerzen.

Im Gegensatz dazu steht Hans’ schlechtes Gewissen, das ihn immer, wenn er nicht lernt, sondern z.B. angelt, peinigt und ihn zum Lernen bewegt.

Seine Psyche ist von den Lehrern und dem Vater aufs lernen geeicht und wird durch das bestandene Examen nur noch bestärkt. Es zwingt ihn zum Lernen, fast wie eine Sucht. Seinen Körper vernachlässigt er, was für den Körper nicht gesund ist.

In seinem Umfeld setzt sich der Konflikt fort: Flaig, als der Bürger der für Ruhe, Entspannung und Spaß am Leben steht, tritt gegen den Pfarrer an, der nur sein Griechisch im Kopf hat und Hans zum Lernen animiert.

Es geht noch weiter: Während er am Badestrand sitzt haben seine Altersgenossen noch Unterricht, er lacht diese „Ungebildeten“ oder auch „Unintelligenten“ aus, er wird hochnäsig, ein Zeichen, dass seine Psyche gewinnt.

6.6.08 16:52, kommentieren

Rolle von Schuhmacher Flaig?

Flaig ist auch ein normaler Bürger der Kleinstadt, der als Schuhmacher sein Geld verdient. Er ist der komplette Gegensatz zu Hans Vater. Er erklärt Hans, dass er auch mal ein paar Wochen Pause machen müsse in den Ferien, ständiges Lernen schade ihm nur. Hans solle auch seine Kindheit genießen und seine Zeit nicht mit nur „unnützem“ Lernen verplempern. Flaig ist sozusagen der Hippie unter den Bürgern der Kleinstadt. Er will, dass Hans auch Spaß am Leben hat und diesen nicht vergisst. Der Rest der Bürgerschaft will ja nur, dass Hans lernt. Flaig scheitert aber. Hans ignoriert ihn und bekommt die Folgen dafür später zu spüren.

6.6.08 16:52, kommentieren

Rolle der Erzieher, Einfluss von Elternhaus und Schule? Reaktion von Hans Giebenrath?

Sein Elternhaus ist einseitig. Seine Mutter tot und sein Vater denkt nur an eins: Sein Sohn soll das Examen schaffen und immer der Beste sein. In der Schule ist es genauso, die Lehrer erwarten von ihm nur das Beste und das immer und auf Abruf. Dabei steigern die Lehrer und der Vater sich immer mehr rein. Durch den Stolz, den sie auf Hans entwickeln, bemerken sie nicht, dass sie ihn fast zum Lernen zwingen. Hans will wie jeder normale Junge seine Eltern und die Erwachsenen nicht enttäuschen und lernt bis er nicht mehr kann.

Wenn dieser Druck vielleicht nicht so geherrscht hätte,  wäre er vielleicht ein „normales“ Kind geblieben und so faul und dumm wie seine Altersgenossen geblieben. Er wäre zum Philister geworden, nicht zu dem, zu dem sein Vater ihn zwingt und drängt.

6.6.08 16:51, kommentieren

Die Kleinstadt: Bürgertum (Philister) contra Außenseiter (Charakterisierung)

Das Bürgertum auch Philister genannt, besteht nur aus schwach gebildeten Leuten, für sie wären wir heute bereits viel zu gut gebildet, selbst mit Realschulabschluss. Sie haben kein Bedürfnis nach Kultur bzw Literatur oder sonstiger Bildung, in ihren Augen haben sie genug davon und sind zufrieden. Allerdings sind sie sehr patriotisch für ihre Heimat, sie haben einen ausgeprägten Lokalpatriotismus. Dieser Schicht gehören so gut wie alle Menschen an, im Buch z.B. viele der behandelten Menschen z.B. Pfarrer, der Schuhmacher oder die Lehrer. Man könnte fast denken sie seien neidisch auf die Gebildeten. Die Außenseiter sind im Roman wohl die „Gebildeten“, die Gymnasiasten also speziell Personen wie Hans Giebenrath. Sie stechen aus der Menge heraus durch ihr Verlangen nach Bildung, Hans liest z. B. freiwillig Bücher und nimmt sogar in den Ferien Zusatzunterricht. Für ihn gibt es nichts anderes. Er will es so. Kurz gesagt, die Außenseiter wollen es so und ihnen ist es egal, sie wollen nur Bildung.

6.6.08 16:51, kommentieren